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Weniger Straße, mehr Schiene und Binnenschifffahrt

Kompetenzzentrum Logistik der Hochschule Neu-Ulm erhält Fördermittel zur Erforschung von Verlagerungseffekten im Güterverkehr

20. April 2010


Durch die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf Schienen oder die Binnenschifffahrt ließen sich CO²-Emissionen enorm reduzieren. Dennoch werden die meisten Güter auf Straßen befördert. Welche Rolle spielen verschiedene Faktoren wie z.B. Dauer, Sicherheit und Transportkosten bei der Verkehrsmittelwahl? Und unter welchen Bedingungen könnte ein Teil der Transporte auf Schienen und den Wasserweg verlagert werden? Diesen Fragen geht ein Forschungsprojekt am Kompetenzzentrum Logistik der Hochschule Neu-Ulm nach. Seit Anfang April 2010 unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Forschung das Vorhaben von Prof. Dr.-Ing. Oliver Kunze und Felix Lindemann mit rund 270 000 Euro.

Im Fokus des Projekts steht der Wirtschaftsraum entlang der Donau, der auch als Donaukorridor bekannt ist. Denn die Bedeutung des Ost-West-Verkehrs wird zunehmen, das geht aus Studien hervor: Für die gesamte Transportleistung ist bis zum Jahr 2025 mit einem Wachstum von 44 Prozent zu rechnen. Die Donau, die Eisenbahnachse "Paris−Straßburg−Stuttgart-Ulm-München−Wien−Bratislava" sowie neue Kapazitäten in den Güterverkehrszentren Ulm-Dornstadt und Augsburg bieten dafür bislang ungenutzte Potenziale.

Was sind die Gründe dafür, dass diese Potenziale nicht ausgeschöpft werden? Die Wissenschaftler haben vor, zur Klärung ein Modell aus dem Personenverkehr auf den containerbasierten Güterverkehr zu übertragen. Es bildet die Präferenzen der Entscheidungsträger in Abhängigkeit von Variablen wie Kosten, Sicherheitsanforderungen und Infrastruktur ab. Diese subjektiven und objektiven Faktoren werden anhand einer Expertenbefragung ermittelt und quantifiziert. Die gewonnen Ergebnisse sollen dann Versendern, Verladern und Betreibern von Güterverkehrszentren als Planungsgrundlage dienen.

 

Das Forschungsprojekt läuft drei Jahre und wird von einer kooperativen Promotion zwischen der Hochschule Neu-Ulm und der Technischen Universität Hamburg Harburg (Institut Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr. Flämig) begleitet. Unterstützende Netzwerke sind die IHK Schwaben, die Donauakademie Ulm und das Netzwerk Green Logistics.

 

Kompetenzzentrum Logistik
Das Kompetenzzentrum Logistik der Hochschule Neu-Ulm bearbeitet im Rahmen der angewandten Forschung Fragestellungen aus der Praxis, kooperiert mit Unternehmen, Institutionen und Verbänden und sorgt für eine praxisnahe Lehre. Einer der Forschungsschwerpunkte ist die Untersuchung von Interdependenzen zwischen Logistik und Ökologie (Green Logistics), dem das beschriebene Forschungsprojekt "Widerstandsmodell zur Modellierung von modalen Verlagerungseffekten im Güterverkehr" zuzuordnen ist. 2009 wurden das Kompetenzzentrum Logistik der Hochschule Neu-Ulm und das Institut für Betriebsorganisation und Logistik der Hochschule Ulm von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) als Forschungsstellen akkreditiert und erfüllten als erste Einrichtungen von Fachhochschulen die Kriterien für dieses Gütesiegel.



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