Neu-Ulm, 02.03.2010. Auf ihrem Weg zu mehr Chancengleichheit ist die Hochschule Neu-Ulm (HNU) erfolgreich: Für die Stelle einer Professorin und die einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin erhält sie in den kommenden fünf Jahren 375 000 Euro. Mit diesen Fördermitteln aus dem Professorinnenprogramm honoriert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die positive Evaluierung des Gleichstellungskonzepts der HNU. "Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist mir ein besonderes Anliegen. Wir haben an der Hochschule Neu-Ulm zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den Anteil von Frauen in Forschung, Lehre und in Führungspositionen zu erhöhen. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit unserem Konzept bei dem bundesweiten Wettbewerb überzeugen konnten" sagt HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser.
Um an dem Professorinnen-Programm teilnehmen zu können, musste die HNU nachweisen, dass sie bereits in der Vergangenheit Mittel für Frauenförderprogramme aufgewendet hat. Weitere Voraussetzung war die positive Bewertung des Gleichstellungskonzepts der Hochschule, die durch ein unabhängiges Gremium mit Experten aus Wissenschaft, Forschung und Hochschulmanagement im Juni 2009 erfolgte. Das Gleichstellungskonzept enthält eine differenzierte Analyse der Situation von Frauen an der HNU und benennt Zielgrößen und Maßnahmen, um den Anteil an Professorinnen, wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen sowie an Studentinnen zu steigern. Der Professorinnenanteil soll zum Beispiel erhöht werden durch finanzielle Anreize für die berufende Fakultät oder spezielle Dienstleistungsangebote wie unentgeltliche Betreuungsplätze an der hochschuleigenen Kinderinsel. 2009 wurde Prof. Dr. Sylvia Schafmeister auf eine W2-Professur für Gesundheitsmanagement berufen und ein Förderantrag gestellt, der jetzt vom BMBF bewilligt wurde. Ab 1. April 2010 werden die Personalkosten der Professorin und die einer zusätzlichen wissenschaftlichen Mitarbeiterin mit den Fördermitteln bezuschusst.
"Die große Bedeutung des Professorinnenprogramms liegt meiner Meinung nach vor allem darin, dass systematische Gleichstellungsarbeit zur Bedingung für die Bewerbung gemacht wurde. Für die HNU bedeutet die erfolgreiche Bewerbung, dass unser Gleichstellungskonzept tragfähig, zukunftsorientiert und nachhaltig ist" hebt Prof. Dr. Sibylle Brunner hervor.
Die Frauenbeauftragte der HNU ergänzt: "Durch die Förderung werden Haushaltsmittel frei, die für zusätzliche gleichstellungsfördernde Maßnahmen ausgeben werden. Beispiel dafür ist eine Gastprofessur im Bereich Gesundheitsmanagement für eine Wissenschaftlerin der School of Public Health an der UCLA (University of California, Los Angeles), die im September 2010 für ein Jahr mit ihrer Familie nach Neu-Ulm kommen wird".
Das Professorinnen-Programm wurde initiiert, um den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen der Wissenschaft zu erhöhen und gleichzeitig nachhaltige Gleichstellungsstrukturen an Hochschulen zu etablieren. 200 neue Stellen für Professorinnen sollen von 2008 bis 2012 an deutschen Hochschulen geschaffen werden. Gefördert wird die Anschubfinanzierung für bis zu drei Erstberufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren für die Dauer von höchstens fünf Jahre. Je Berufung und Jahr liegt die Fördersumme bei bis zu 150.000 Euro. Dafür stellen das BMBF und die Länder insgesamt 150 Millionen Euro zur Verfügung.
Der Erfolg der Hochschule Neu-Ulm beim Professorinnenprogramm spiegelt die nachhaltige Gleichstellungspolitik der HNU wider. Dies zeigt nicht zuletzt die Frauenquote in der Lehre: Während der Frauenanteil bei den Professuren an bayerischen Hochschulen im Jahr 2008 durchschnittlich bei 14,7 Prozent lag, sind es an der HNU 18 Prozent. Unter den wissenschaftlichen Mitarbeitern sind 73 Prozent weiblich. Darüber hinaus ist die HNU derzeit die einzige Hochschule für angewandte Wissenschaften in Bayern mit einer Frau an der Spitze.






